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 » Er war ein Lappen « oder Kurzgeschichten de la Nera

Nerina Black
Geburtsdatum :
17.11.00
Alter :
23

 Nerina Black


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Am 02/05/15, 05:25 pm von Nerina Black verfasst.
| » Er war ein Lappen « |

Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust, ein Lächeln huschte über mein Gesicht. Dann schaute ich den Mann vor mir wieder ernst an. Er versuchte männlich zu wirken, mutig, doch ich konnte die Angst, die Hilflosigkeit in seinen Augen sehen. Ich konnte sie beinahe spüren. Lächerlich.
"Bitte tut mir nichts, bitte!" Ich presste die Lippen fest aufeinander, um nicht zu lachen. Dieser Kerl war wirklich erbärmlich. Mit seinem uralten Blaster, dass ich ihm nach wenigen Sekunden entwenden konnte, dem peinlichen Helm und seiner Körperhaltung, die von gelogener Selbstsicherheit nur so strotzte. Er war bekannt. Als Mörder, angeblich. Ich glaubte es nicht. Er hatte vermutlich sogar Angst davor, nachts alleine in eine Bar zu gehen. Oder überhaupt in eine Bar zu gehen.
"Glaubst du wirklich, dass ich dich gehen lasse, nachdem ich dich gefangen habe?" Er schluckte und schwieg.
"Siehst du? Das wäre wirklich einigermaßen lächerlich." Sein Schweigen blieb beharrlich. Mir wurde langweilig. Er hätte noch ein bisschen heulen sollen, dann hätte er länger gelebt. Ich ließ meine Faust an sein Kinn fliegen und sah, wie sein Kopf nach hinten riss. Er stöhnte vor Schmerzen und krümmte sich. Seine Hände waren hinter seinem Rücken gefesselt. Nicht sonderlich gut, das muss ich zugeben. Aber meistens reichen meine dürftigen Knotenkünste, da ich gerne kurzen Prozess mache. Es amüsierte mich, wie er versuchte, sein Kinn zu halten und sich vergeblich krümmte. Er hätte nur ein paar Umdrehungen mit den Handgelenken machen müssen, dann wäre er frei. Aber er war ein Schwächling. Wäre er ein Mörder, wie er es angeblich war, dann hätte er das sofort gemerkt. Dann wäre ich sicher schon tot. Ich wusste nicht, ob mein Auftragsgeber das bereits wusste. Oder, ob das hier eine Falle war. Er könnte jemand sein, der nur für den wahren Mörder gerade stehen musste. Was an sich ziemlich schade wäre, da ich dann weniger Geld bekomme. Ich seufzte.
„Bist du der, den ich suche?“ Er schüttelte vehement den Kopf. Sein Mund öffnete sich ein paar Mal. Er sah aus wie ein lächerlicher Fisch, der nach Luft schnappte. Ein Fisch in Atemnot. Ich grinste.
„Bist du der, den ich suche?“, wiederholte ich. Er wiederholte seine Fisch-in-Atemnot-Nummer noch ein paar Mal, bevor er es schaffte, mir eine leise Antwort zu geben. Ich verstand kein Wort.
„Lauter.“
„Nein.“, murmelte er.
„Sicher? Denn meine Quellen – und meine Quellen irren sich nie – waren sich ganz sicher, dass du der bist, den ich töten soll.“ Ich sah ein paar Tränen seine Wangen hinunter laufen. Sein Körper bebte, als er versuchte das Schluchzen zu unterdrücken.
„Ich will nicht sterben.“ Ich nickte, dann runzelte ich die Stirn und zuckte die Schultern.
„Das ist mir einigermaßen egal.“ Er nickte leise. Es nervte mich, dass er so ein Weichei war. Ich wollte ihn nicht länger leben lassen, als es nötig war. Also kniete ich mich zu ihm auf den Boden und lächelte aufmunternd.
„Hör zu, … ich mache es ganz schnell. Dann hast du keine Schmerzen.“ An dem hoffnungsvollen Schimmer in seinen Augen hatte ich erkannt, dass er sich ausgemalt hatte, hier lebend heraus zu kommen. Als sein Kopf nach vorn fiel und er unaufhörlich schluchzte, merkte ich, dass ich ihm seine ganzen Träume zerstört hatte.
„Ich bekomm Geld für deinen Tod.“, meinte ich. Er nickte und schluchzte. Mittlerweile schaute er mich nicht mehr an. Es war mir Recht, er war ein Lappen.
„Wenn ich kein Geld bekommen hätte“, grummelte ich, „wärst du allerdings auch gestorben. Also mach dir keine Hoffnungen.“ Dann nahm ich seinen Blaster, hielt ihn an seine Brust und schoss. Nach einem Zischen, das mir signalisierte, dass seine Haut verbannte und danach sein Herz, sackte er in sich zusammen. Ich löste die Knoten, wischte ihn sorgfältig ab, positionierte ihn an der Wand und legte die Waffe in seine Hand. Dann führte ich seine rechte Hand sein Herz, in die Nähe des Einschussloches. Ich salutierte noch einmal, deutete eine Verbeugung an und verschwand.

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